Befragung von Radelnden

Mit den steigenden Radverkehrszahlen in München (vergleiche: Radverkehrsdaten) häufen sich auch die Wünsche nach einer sicheren und angenehmen Radinfrastruktur. Das Referat für Stadtplanung und Bauordnung führt deshalb etwa alle 2-3 Jahre (2008, 2010, 2013 und 2016) Befragungen durch, um Anliegen der Radfahrerinnen und Radfahrer entgegenzunehmen oder auf Veränderungen besser reagieren zu können. Bei der letzten Befragung im September und Oktober 2016 wurden an den sechs Raddauerzählstellen der Landeshauptstadt München mehr als 700 Radfahrerinnen und Radfahrer zu unterschiedlichen Themen befragt.

Die Ergebnisse finden Sie ausgewertet auf dieser Seite:

Etwa 84% der Radelnden bestätigt, dass sie in der warmen Jahreszeit täglich auf ihrem Radl sitzen. Im Winter ist die Anzahl der Radfahrenden, welche täglich fahren, geringer. Mit 49% ist diese Zahl aber nach wie vor sehr hoch. Dabei unterscheiden sich die Werte an den unterschiedlichen Befragungsstandorten für den Sommer kaum. Für den Winter ist der Wert der täglichen Fahrradnutzung am Viktualienmarkt mit 65% (Kurze Wege, tägliche Erledigungen) allerdings wesentlich höher als am Olympiapark (Pendler, längere Strecken, Freizeitradler) mit 35%. Insgesamt sind die Ergebnisse bezüglich der täglichen Fahrradnutzung seit 2008 relativ konstant geblieben.

Bei der Frage „Hätten Sie für den jetzigen Weg auch ein Auto nutzen können?“ gaben bei der letzten Befragung 55% der Radfahrenden an, dass sie auch mit dem Auto hätten fahren können. Würden all diese Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Befragung wirklich auf das Auto umsteigen, so wären alleine 2016 täglich fast 400 PKWs mehr auf den Münchner Straßen unterwegs gewesen.

Der Radverkehr trägt also einen großen Teil dazu bei, das Münchner Straßennetz zu entlasten.

Leicht verbessert hat sich auch das Sicherheitsgefühl der Radfahrerinnen und Radfahrer in München. Im bundesweiten Vergleich ist dieser Wert bei Städten mit über 200.000 Einwohnern allerdings noch verbesserungswürdig.

Hier gilt es das Sicherheitsgefühl der Radfahrerinnen und Radfahrer durch ein rücksichtsvolleres Miteinander aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Viele der Befragten wünschen sich eine höhere Toleranz und Akzeptanz zwischen den einzelnen Verkehrsteilnehmenden. Außerdem müssen weiterhin kontinuierlich jene Stellen der Radverkehrsinfrastruktur angepasst werden, an denen sich Radfahrende besonders gefährdet fühlen.

Die Infrastruktur spielt hierbei eine große Rolle. Knapp 70% der Radfahrer und Radfahrerinnen bevorzugen es, entlang von Nebenstraßen anstatt auf Hauptstraßen zu fahren.Bevorzugt wird in Grünstreifen geradelt; 86% der Befragten beantworten diese Frage mit „sehr gerne“ oder „gerne“.

Auch Fahrradstraßen liegen mit 81% Zuspruch weit vorne. Einbahnstraßen, welche für den Radverkehr in Gegenrichtung geöffnet sind, nutzen hingegen nur etwa 61% „sehr gerne“ oder „gerne“.

Bei der Frage wie gut kann man in München Rad fahren ist noch Luft nach oben, aber bereits heute beantworten mehr als zwei Drittel der Radfahrenden diese Frage mit sehr gut oder gut.

Um die Zufriedenheit der Radfahrerinnen und Radfahrer noch weiter zu erhöhen, werden vor allem breitere und mehr Radwege gewünscht, sowie die Schaffung von Radschnellwegen, an welchen von Seiten der Verwaltung aktuell bereits intensiv gearbeitet wird.